Der Siegeszug der Mountainbikes, abgekürzt MTB, setzte mit dem ersten serienmäßig produzierten Mountainbike der Marke Specialized im Jahr 1981 ein. Seitdem werden MTBs und die dazu gehörige Technik kontinuierlich weiterentwickelt – immer mehr Hersteller bringen entsprechende Modelle auf den Markt. Kaufinteressierte, die bei der Vielfalt den Überblick behalten wollen, müssen sich gründlich informieren.

Hardtail oder Fully? Die Federung macht beim Mountainbike den Unterschied


Zuallererst: Ein Mountainbike ist kein Fortbewegungsmittel, sondern ein Sportgerät. Fahrer, die ihr MTB im Straßenverkehr nutzen wollen, sind deshalb verpflichtet, es gemäß der Anforderungen der Straßenverkehrsordnung nachzurüsten (Bremsen, Klingel und Beleuchtung). Um den hohen Belastungen auf Waldwegen, steinigen Gebirgspfaden und steilen Abfahrten Stand zu halten, sind Mountainbikes mit besonders stabilen Rahmen, guter Federung und speziellen Reifen ausgerüstet. Diese sind breiter als normale Reifen und haben ein grobes Profil, das ihnen mehr Grip im Gelände verleiht.

Je nachdem wo und wie ein Fahrer mit seinem Mountainbike unterwegs sein möchte, muss dieses bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese steigen, je unwegsamer das Gelände und je waghalsiger die Fahrweise ist. Ganz grob lassen sich MTBs in Hardtails und Fullsuspensions - abgekürzt Fullys - einteilen. Letztere verfügen über eine am Vorderrad angebrachte Federgabel sowie einen Dämpfer im Rahmen und sind somit vollgefedert. Hardtails sind auch mit einer Federgabel, aber einem ungedämpften, also starren Rahmen ausgestattet.

Mit Cross-Country-Mountainbikes schnell und sicher im Gelände unterwegs


Dieser Unterschied mag auf dem ersten Blick zwar klein erscheinen, hat jedoch große Auswirkungen auf die Geländetypen, für die ein Mountainbike geeignet ist. Während sich ein Hardtail auf unwegsamen, aber ebenen Untergründen wohl fühlt, sorgen die Dämpfer beim Fully dafür, dass damit problemlos auch Hindernisse, wie Äste, Steine oder Schlaglöcher überwunden werden können. Somit bieten Fullsuspensions auf schwerem Gelände mehr Komfort als Hardtails. Cross-Country-Mountainbikes sind aufgrund ihres geringen Gewichts von zum Teil weniger als zehn Kilogramm und ihrer stark nach vorne gebeugten Sitzposition für schnelle Fahrten auf Asphalt und unbefestigten Wegen geeignet. Sie sind als Hardtail erhältlich, wobei die Federgabel einen vergleichsweise kurzen Federweg von 60 und 80 Millimeter besitzt. Werden längere Strecken mit dem Crossbike zurückgelegt, spricht man vom Marathon.

Fahrspaß für Anfänger in jedem Gelände: All Mountains

Besonders für Anfänger sind All Mountains geeignet. Sie sind als Hardtail und als Fully erhältlich und eignen sich für nahezu jedes Gelände. Im Gegensatz zu einem Cross-Country-Mountainbike hat ein All Mountain breitere Reifen mit stärkerem Profil und eine weniger gestreckte Sitzposition. Das Gewicht des Fahrrades liegt bei zwölf bis 14 Kilo und der Federweg ist etwa 100 bis 140 Millimeter lang.


Als Fully mit noch breiteren Reifen und noch mehr Profil, einer noch aufrechteren Sitzposition sowie einem noch längeren Federweg von 140 bis 160 Millimeter weisen Enduro-Bikes auf. Mit einem Gewicht von 14 bis 16 Kilo sind sie darüber hinaus auch schwerer als ein klassisches All Mountain, dafür bewältigt ihr variables Fahrwerk Abfahrten deutlich besser.

Rasante Abfahrten mit dem Downhill – gewagte Stunts mit dem Dirtbike

Mountainbiker, deren einziges Ziel es ist, so schnell wie möglich einen Berg hinunter zu fahren, sind mit einem Downhill sowie entsprechender Schutzkleidung bestens ausgestattet. Diese sehr stabilen Fullsuspension-Mountainbikes sind aufgrund ihrer starken Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von bis zu 210 Millimeter, ihrer Doppelbrücken-Federgabel mit einem Federweg ab 180 Millimeter sowie ihrem Gewicht von etwa 20 Kilogramm die idealen Begleiter für rasante Abfahrten. Für den Aufstieg empfiehlt es sich, mit einem Downhill den Lift zu nehmen.


Wer es artistisch mag, gerne Hindernisse überquert und mit seinem Mountainbike Sprünge macht, der ist mit einem Dirtbike bestens bedient. Der kleine Rahmen, die nichtvorhandene Gangschaltung und das daraus resultierende geringe Gewicht sowie der Federweg von 65 bis 100 Millimeter machen das Dirtbike wendig und damit zum idealen Untersatz für Hindernisparcours in Bikeparks.