Fernando Alonso - Photo by Graham WatsonFernando Alonso, spanischer Formel-1-Fahrer, plant, sich ab 2015 mit einem eigenen Rennrad-Team zu engagieren und seine Erfahrungen aus der Rennsport im Peloton einzubringen.

Gegenüber der französischen Zeitung L’Equipe umriss Alonso grob seine Ideen für ein Radsport-Team, das erst ab 2015 antreten wird.

„Man braucht etwa 40 Mann in einem Radteam und ich möchte dabei auf Mitarbeiter zählen, die ihren Job auch schaffen, ohne dass ich jeden Tag anrufe, weil es mein Job ist, in der Formel-1 zu starten. Ich werde Mitarbeiter, die ich aus der Formel-1, von Benetton, von Renault und auch von meiner Zeit bei Ferrari, kenne, anheuern. Ich möchte ein Team von Leuten aufbauen, denen ich 100% vertraue, die ihre Arbeit lieben und mit Leidenschaft machen.“

Das Interview mit dem spanischen Superstar gab einen ersten Einblick darin, was Alonso mit seinem Einstieg in den Rennradsport erreichen will.

Der Schritt wird mit Spannung erwartet, nicht nur als Antrieb für den spanischen Radsport sondern insgesamt für den Radsport, ist doch Alonso eine international bekannte Größe als Sportler – der zweifache Weltmeister gilt als einer der besten Formel-1-Fahrer der Geschichte.

Alonso sagte, er wolle sich auf den Autorennsport konzentrieren, und mit noch zwei Jahren Vertragslaufzeit bei Ferrari wolle er noch mindestens einen Weltmeistertitel gewinnen, nachdem er diese Saison Zweiter war.

Es gebe immer neue Fortschritte und er sei zuversichtlich, dass das Team 2015 vorn dabei ist, so Alonso.

Über den Abbruch der Verhandlungen, das Team Euskaltel-Euskadi zu übernehmen, sei er frustriert, aber es sei wohl auch besser so auf lange Sicht. Statt die Euskaltel Infrastruktur zu übernehmen muss Alonso sein Team komplett neu aufbauen, deshalb auch die Entscheidung bis 2015 zu warten, um sicher zu sein, genug Zeit zu haben, um alles richtig zu machen.

„Als die Verhandlungen mit Euskaltel in der letzten Minute geplatzt sind, war ich sehr traurig darüber, dass wir 2014 nicht fertig sein werden“, sagte er. „Andererseits hätten wir uns wahrscheinlich auf nur mit etwas mittelmäßigem zufrieden gegeben. Es war schon Ende September und die Zeit lief langsam ab, um das Team aufzubauen, was wir wollten. Am Ende bin ich froh, dass ich jetzt ein Team nach meinen Wünschen aufbauen kann.“

Alonso lies auch durchsickern, dass er sich mit Insidern aus der UCI und der Organisation der Tour de France treffen werde, um sicher zu stellen, dass er auf dem richtigen Weg ist und keine Anfängerfehler mache. Ob das Team in der Worldtour oder in der Continental Serie starten wird, bleibt offen. Alonso sagte, er wolle die Zusicherung, dass das Team starten dürfe. Er versprach auch, dass er Einflüsse der Technologie und des Engineering aus der Formel-1 in den Radsport mitbringe, musste aber zugeben, dass der Radsport schon über die besten Entwicklungen verfügt.

„Die Dinge laufen hervorragend und ich bin ungeduldig, aber es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns in Bezug auf die Organisation und Ideen, die wir aus der Formel 1 mitbringen wollen“, sagte Alonso gegenüber L’Equipe. „Telemetrie [kabellose Datenübertragung, Anm. des Autors] zum  Beispiel ermöglicht eine Menge an Möglichkeiten. Aber wie andere Sportarten hat sich der Radsport bereits auf ein hohes Niveau entwickelt. Es ist schwieriger geworden, einen Vorsprung heraus zu arbeiten. Alle Radsportler heutzutage sind hochprofessionell und benutzen die neuesten Trainigsmethoden bei der Erholung, der Vorbereitung, beim Material und sogar die Vorbereitung im Windkanal, was alles bereits sehr, sehr fortschrittlich ist. Wir müssen uns auf kleine Details konzentrieren und brauchen dazu die besten Methoden und modernsten Technologien, die es gibt.“

Zur Frage welche Fahrer er verpflichten will, sagte Alonso, dass er warten müsse, wer am Ende der Saison 2014 überhaupt verfügbar sei.